„Der praktischte und befriedigendste Weg, um etwas zu vollbringen, ist auch heute noch der gemeinschaftliche Weg.“
Barbara Sher – Wishcraft
Mit dem neuen Jahr startet auch wieder der neue Jahrgang bei Gut+, bei dem ich auch dieses Jahr wieder Erfolgsteams moderiere. Und weil ich immer wieder gefragt werde: Was ist das eigentlich – ein Erfolgsteam? möchte ich erzählen, was dahinter steckt und warum es so wirksam ist.
Erfolgsteams – nicht mehr allein vor dich hinwerkeln
Ein Erfolgsteam ist eine kleine, feste und verbindliche Gruppe – vier bis sechs Personen – die sich über mehrere Monate regelmäßig trifft. Jede:r Teilnehmer:in arbeitet an ihrem*seinem eigenen Ziel und bleibt zugleich selbst dafür verantwortlich. Doch statt alles allein mit sich auszumachen, teilst du deine Ideen, Zwischenschritte und Zweifel mit anderen, bekommst Resonanz, Feedback und Begleitung.
Allein dieses regelmäßige Zusammenkommen zeigt Wirkung:
Weil du weißt, dass du beim nächsten Treffen erzählen wirst, was seit dem letzten Mal passiert ist, gibst du dir oft selbst den kleinen Ruck, Dinge anzugehen. Die Struktur der wiederkehrenden Treffen schafft einen sanften Druck, die Schritte, die du dir vorgenommen hast, tatsächlich zu gehen.
Und auch das Überlegen, was will ich den anderen erzählen?, bringt meist mehr Klarheit in Gedanken und Aufgaben – noch bevor jemand anderes etwas sagt.
Vom Grübeln ins Tun kommen
Viele gute Ideen gehen nicht verloren, weil sie schlecht wären. Sie versanden, weil wir sie zu lange nur mit uns selbst ausmachen.
Im Kopf drehen sich die Gedanken im Kreis – zunächst haben sie Schwung, dann tauchen Zweifel auf: Ist das gut genug? Soll ich das wirklich machen? Schaffe ich das auch? Und während wir noch denken, verrinnt die Energie, die am Anfang so klar war. In diesem Raum nur in uns drinnen bleiben Vorhaben vage, zögern sich hinaus – und liegen schließlich da wie halbfertige Skizzen, die auf ein Gegenüber warten.
Ein Erfolgsteam setzt genau hier an. Es bringt deine Vorhaben raus aus dem Gedankenkarussell und rein in die Welt. Es schenkt dir einen verbindlichen Raum für Austausch – und Menschen, die dir zuhören und frische Impulse einbringen.
So läuft ein Erfolgsteam-Treffen ab
Damit jedes Treffen fokussiert bleibt und jede:r Teilnehmer:in gleich viel Raum bekommt, folgt es einer klaren Struktur in drei Runden:
Runde eins – Ankommen und Stand der Dinge (5 Min. pro Person):
Jede:r erzählt kurz, was seit dem letzten Treffen passiert ist. Welche Schritte hast du umgesetzt? Wo gab es Hürden, Fortschritte, Überraschungen? Schon hier wird sichtbar, dass Bewegung entsteht – und manchmal spürst du beim Erzählen selbst, wie weit du gekommen bist.
Runde zwei – Individuelle Unterstützung einholen (20 Min. pro Person):
Jede Person hat rund zwanzig Minuten Zeit, sich auf ihre Weise Unterstützung zu holen. Das kann sehr unterschiedlich aussehen:
Vielleicht möchtest du Feedback zu einem Webseiten-Entwurf, ein offenes Brainstorming zu einer unfertigen Idee, Impulse zu einer Entscheidung, bei der du feststeckst – oder du suchst Kontakte oder Erfahrungswissen zu einem Thema oder aus einer bestimmten Branche.
Die anderen hören zu, fragen nach, geben Anregungen oder teilen, wie sie Ähnliches angegangen sind. Und das Beste ist: Du darfst alles wahrnehmen und für dich entscheiden, welche Impulse für dich hilfreich sind.
Runde drei – Ausblick und nächste Schritte (2 Min. pro Person):
Zum Schluss sagt jede Person in zwei Minuten, was sie sich bis zum nächsten Mal vornimmt. Mach es konkret, sodass du weißt, was deine nächsten Schritte sind.
Diese Struktur schafft Verbindlichkeit und Selbstmotivation. Du merkst: Ich mache das nicht für die anderen, aber in ihrer Anwesenheit.
Eine Art Zeug:innenschaft wird wirksam: Andere hören zu und bezeugen, was du tust und was du dir vornimmst. Das tut gut, stärkt das Gefühl von Wirksamkeit – und oft wächst daraus neue Energie.
Resonanz statt Alleingang
Ein Erfolgsteam ermöglicht Resonanz, Klarheit und Bewegung. Du bekommst Rückmeldungen von außen, wenn du selbst schon betriebsblind bist, und Unterstützung genau da, wo du sie brauchst – denn du entscheidest darüber, was du dir von den anderen abholen möchtest.
Und du gibst das Gleiche zurück: Anteilnahme, Ideen, ehrliches Feedback, Mitfreuen.
Nicht selten erkennt und benennt jemand anderes deinen Fortschritt, bevor du ihn selbst wahrnimmst. Sich gegenseitig anzuhalten, Erfolge wahrzunehmen und zu feiern, ist ebenfalls ein wichtiger Teil.
Ideengeberin Barbara Sher
Das Konzept stammt von Barbara Sher. Sie hat die Idee der Erfolgsteams nicht am Schreibtisch erfunden, sondern aus ihrer Arbeit mit Menschen entwickelt, die viele Wünsche und Projekte hatten – und trotzdem immer wieder an der Umsetzung scheiterten.
Ihre Beobachtung: Es fehlt selten an Begabung oder guten Ideen, sondern viel öfter daran, dass Menschen zu lange allein bleiben, sich verzetteln oder sich von Selbstzweifeln ausbremsen lassen.
Erfolgsteams sind ihre Antwort darauf: Ein klarer, geschützter Rahmen, in dem Menschen ihre Ziele laut aussprechen, konkrete Schritte planen und sich gegenseitig verbindlich begleiten – ohne Hierarchie, Konkurrenz oder Leistungsdruck. Unterstützung, Struktur und soziale Bindung werden so zum Unterschied zwischen einem Traum und einem Projekt, das wirklich in Bewegung kommt.
Moderiert oder selbstorganisiert?
Manche Teams organisieren sich selbst – das kann wunderbar funktionieren, da die Struktur so klar ist. Andere schätzen eine Moderation, die darauf achtet, dass die Zeit eingehalten, das Feedback förderlich formuliert und der Rahmen gehalten wird, damit sich alle Teilnehmer:innen auf Inhalte und eigene Themen konzentrieren können.
Ich moderiere Erfolgsteams im Rahmen des Gut+ Programms für selbstständige Frauen – und gerne auch außerhalb davon, für bestehende Gruppen oder neu entstehende Teams.
Wenn du eine Gruppe von Menschen um dich hast, mit denen du ein Erfolgsteam gründen möchtest, und ihr euch eine Anschubhilfe oder Moderation wünscht, dann melde dich gerne bei mir.