Das wollte/sollte ich die ganze Zeit schon machen …
gefühlte to-dos als energiefresser
Wahrscheinlich kennt das jede:r: Es gibt diese Dinge, die du die ganze Zeit schon machen willst – und du machst es einfach nicht. Dann geißelst du dich selbst dafür, dass du es nicht tust.
Der Effekt ist innerer Druck. Der Wunsch oder das Gefühl, es machen zu wollen oder zu müssen, verstärkt den gefühlten Zeitdruck, vergrößert den undefinierten, manchmal überwältigenden Berg an To-dos – und du bist unzufrieden.
Hm, wär irgendwie cool, wenn es anders liefe, oder?
Vom vagen Druck zur klaren Entscheidung
Hier eine Anregung von mir, wie du das angehen könntest. Und natürlich darfst du das genau so an dich und deine Situation anpassen, dass es dir am besten hilft.
Schritt 1: Aufteilen
Nimm dir dieses Ding vor, das da schon lange über dir schwebt als „Das wollte ich schon lange machen“. Teile es in einzelne Aufgaben auf. Mach das gerne mit Zettel und Papier, vielleicht sogar mit einzelnen Post-its oder Moderationskarten.
Dann überlege und notiere, wie lange jeder dieser einzelnen Schritte braucht – und bitte versuche, realistisch zu sein. Dann rechne alles zusammen.
Vielleicht kommt dabei heraus: Ich brauche 5 Stunden und kann das gut in 3 Häppchen einteilen, die ich auf verschiedene Tage verteile. Das ganze nimmt also schon klarere Konturen an.
Schritt 2: Ehrliche Entscheidung
Jetzt überlege ehrlich und ernsthaft: Kannst und willst du dir diese Zeit dafür nehmen? Geht es jetzt? Geht es diese Woche? Geht es in zwei Monaten? Oder geht es vielleicht gar nicht?
- Wenn du zu dem Schluss kommst: Das kann und will ich nicht – entscheide dich bewusst und klar dagegen, dieses Projekt/diese Aufgabe weiter zu verfolgen. Lass es los. Oder übergib es jemand anderem. Und nimm wahr, was passiert. Ein Teil des vagen, “Ich muss doch noch …” , darf davon ziehen.
- Wenn du zu dem Schluss kommst: Ich will das jetzt wirklich angehen – nimm dir deinen Kalender vor und trage die jeweiligen Häppchen ein, mit der Zeit, die du dafür brauchst, und dazu noch etwas Puffer.
Vielleicht kommst du auch erst bei dem Blick in deinen Kalender an den Punkt, wo du merkst: Es geht gerade oder gar nicht. Auch das ist okay.
Dein Körper als Entscheidungshilfe
Um zu der Entscheidung zu kommen, darfst du auch gerne deinen Körper zu Hilfe nehmen. Schließe dafür deine Augen, stelle dir beide Wege oder Optionen vor und lausche darauf, wie sich die jeweilige Entscheidung in deinem Körper anfühlt.
Ziehen sich deine Schultern hoch, spannt dein Nacken an, bekommst du ein Grummeln im Bauch, oder hälst du dein Becken ganz fest bei einer der Entscheidungen? Oder gibt es ein schönes Bild, eine wohlige Assoziation oder ein angenehmes Gefühl, wenn du in die jeweilige Entscheidung hinein spürst?
Der Körper kann hier ein hilfreicher Wegweiser sein. Probier es gerne mal aus.
Schritt 3: Entlastung durch bewusste Entscheidung und Struktur
Die klare Entscheidung ist ganz wichtig – sowohl dafür als auch dagegen. Damit löst du diesen vagen Druck auf, der die ganze Zeit auf dir liegt. Entweder verschwindet diese Aufgabe aus deinem Leben, damit wird Raum und Energie freigesetzt. Oder du hast sie in konkret handhabbare Häppchen eingeteilt und weißt, wann du sie angehst. Der Druck sinkt also in beiden Fällen.
Die bewusste Entscheidung sowie die konkrete Planung helfen, den inneren Druck aufzulösen, der dir bisher im Nacken saß. Es entsteht Klarheit, die den Kopf frei macht und Stress reduziert – selbst wenn Aufgaben noch offen sind, fühlst du dich leichter, weil du weißt, wie es weitergeht
Erfolge und Unwägbarkeiten
Zum Schluss noch zwei kleine Hinweise:
1. Nimm deine deine Erfolge bewusst wahr und feier sie als kleine oder große Fortschritte. Das stärkt deine Motivation und dein Wohlbefinden und es wird so oft vergessen und einfach gleich weitergelaufen zur nächsten Aufgaben.
2. Und ja, das Leben bringt immer wieder Unwägbarkeiten mit sich, jeden Tag. Wenn du durch etwas davon abgehalten wirst, deinen Plan einzuhalten, sei großzügig mit dir, sei nicht zu streng und mache einen realistischen, ehrlichen neuen Termin mit dir aus.
Welche Aufgabe, die schon lange über dir schwebt, möchtest du unter die Lupe nehmen und angehen oder loslassen?
Erzähle mir gerne, wie es dir damit ergangen ist. Ich freue mich auf den Austausch.
Und wenn du Begleitung bei deiner Zeitgestaltung wünschst – entweder in meinem Programm „Erfüllte Zeit, statt gefüllter Tage“ oder in einzelnen Coachingsessions – lass es mich gerne wissen oder buche direkt einen Termin zum kostenlosen Vorgespräch.