Schau dir deinen Energietank an und fülle ihn
Es gibt diese Abende, an denen du merkst: Ich bin platt. Und du kannst gar nicht genau sagen, warum. Dein Tag sah eigentlich gar nicht außergewöhnlich aus – der ganz normale Alltag halt. Arbeit, Care-Arbeit, Organisation, vielleicht ein paar soziale Kontakte. Alles wie immer.
Und trotzdem fühlt es sich so an, als würde Energie abfließen – und nicht wieder richtig zurückkommen. Zumindest nicht in ausreichendem Maße.
Genau hier kann eine einfache Übung helfen: der Energietank.
Diese Übung läßt ein Bild entstehen, das zeigt, wo du gerade stehst, was dir Kraft raubt und was dir Kraft schenkt. Und du findest ganz konkrete Schritte, um deinen Energietank wieder zu befüllen.
So visualisierst du deinen Energiepegel
Nimm ein Blatt Papier und zeichne ein Gefäß. Tank, Krug, Fass – egal, hauptsache, es ist für dich ein stimmiges Bild. Oben hat es eine Öffnung, durch die Energie hineinfließen kann und unten eine, durch die Energie abfließt. Vielleicht ein Hahn, oder eine andere Sorte Ausguss.
Betrachte nun dein Gefäß und beantworte aus dem Bauch heraus:
Wie voll ist dein Tank gerade?
20 %? 50%? 70%?
Zeichne den Füllstand ein, so wie er sich für dich gerade anfühlt.
Jetzt überleg: Wie voll sollte er sein, damit du dich wohlfühlst?
Vielleicht 60%, vielleicht 75%, vielleicht 95% oder sogar 100 %. Vielleicht darf die Füllhöhe auch schwanken. Wenn ja, in welchem Rahmen darf sie für dich persönlich schwanken?
Dann zeichne unten fünf Pfeile, die aus deinem Tank herausfließen. Sie stehen für die Dinge, die dir Energie ziehen.
Was ist es, was dir Kräfte nimmt?
Das können je nach Lebenssituation und Person, ganz verschiedene Sachen sein, z. B.
- Das tägliche Austüfteln von gesunden Mahlzeiten für die Familie?
- Die wiederkehrenden Meetings, die nie enden wollen?
- Das Gefühl von Einsamkeit?
- Verantwortung für die kranke Schwiegermutter?
- Oder etwas ganz anderes?
Notiere deine persönlichen Energieräuber an den nach unten fließenden Pfeilen.
Danach zeichne oben fünf Pfeile, die hineinfließen. Hier wird dein Tank befüllt.
Was gibt dir Energie?
Vielleicht ein Spaziergang im Wald, ein Treffen mit Freund:innen, ein neues Projekt, das du mit Begeisterung startest. Vielleicht auch einfach eine halbe Stunde Musik aufdrehen, während du nichts tust. Auch das ist sehr individuell. Schau mal ehrlich, was die kleinen und großen Momente sind, die dir Energie geben.
Schreib sie auf bei den oberen Pfeilen.
Abstand gewinnen
Jetzt tritt einen Schritt zurück. Hol dir ein Glas Wasser oder eine Tasse Tee. Und dann schau dir dein Bild an:
- Was fällt dir auf?
- Welche Muster erkennst du?
- Was ist neu?
- Welche kleinen Ideen tauchen auf?
Und hier ist es wichtig, dir mit einer großen Portion Großzügigkeit zu begegnen: Sei freundlich mit dir selbst. Schau nicht auf das, was „schon wieder alles falsch läuft“, sondern erkenne einfach an, was du da siehst. Du machst gerade den ersten Schritt, um es mehr so zu gestalten, wie es für dich gut ist.
Aktiv deinen Energietank füllen
Wenn du also unzufrieden bist, mit dem was sich da zeigt, dann hast du jetzt die Möglichkeit, erste Schritte zu gehen, um dein Energiereservoir zu füllen.
Dazu überleg dir, ausgehend von dem, was jetzt ist, drei bis fünf kleine Schritte, die deinen Tank in den nächsten Tagen ein Stück füllen könnten. Bleib bitte realistisch. Plane nicht das perfekte Leben – sondern lieber das, was tatsächlich machbar ist.
Du kannst dafür in zwei Richtungen schauen:
Energieräuber und Energiespender
Zum Einen kannst du dienen Blick auf die Energieräuber richten: Such dir einen Energieräuber raus und geh ganz konkret dran. Was genau zieht dir hier Energie – und was könntest du verändern, damit es ein kleines bisschen leichter wird? Vielleicht kannst du etwas vereinfachen, abgeben, verschieben oder dir den Rahmen angenehmer gestalten.
Formulier dabei nicht, was du nicht mehr willst, sondern was du stattdessen tun willst und wirst. Und das so konkret wie möglich. Und wenn du magst, stell dir auch schon hier die Frage: Woran würdest du merken, dass sich etwas verändert hat?
Zum Anderen kannst du auf die Energiespender schauen: Wähl dir einen aus und überleg, wie du ihm mehr Platz gibst. Was genau tut dir daran gut – und wie kannst du das gezielt öfter in deinen Alltag holen?
Auch hier: mach es greifbar. Nicht „mehr rausgehen“, sondern wann, wo, wie lange. Und dannstell dir ehrlich die Frage: Was brauchst du, damit du das wirklich umsetzt? Zeitfenster, Unterstützung, eine Erinnerung, eine Verabredung?
Finde eine für dich stimmige Mischung aus kleinen Schritten, die hier ein Energieleck etwas kleiner werden lassen und dort einen Zufluss ein Stückchen weiter öffnen.
Loslegen und beobachten
Und jetzt kommt die 72h-Regel ins Spiel. Wenn du erste Schritte in den kommenden 72h angehst, dann steigt die Wahrscheinlichkeit enorm, dass du dein Anliegen wirklich angehst. Setze deine ersten Schritte also in den nächsten drei Tagen tatsächlich um. Dabei geht es nicht um Perfektion und vollständigen Wandel sofort, sondern, darum anzufangen.
Und dann beobachte, was passiert.
- Kannst du eine Veränderung wahrnehmen?
- Gibt es Dinge, die dir leichter fallen, und andere, die zäher sind, anzugehen?
- Tauchen noch mehr Ideen auf, was du verändern möchtest?
Viel Spaß beim Experimentieren und vor allem auch beim Genießen der Energie, die du nach und nach zurückgewinnst!
Hier hab ich die Übung noch einmal kompakt zusammengefasst.
- Zeichne ein Gefäß (Tank, Krug, Fass) mit Zu- und Abfluss.
- Schätze: Wie voll ist dein Energietank gerade?
- Überlege: Wie voll sollte er sein, damit du dich wohlfühlst?
- Notiere 5 Dinge, die dir Energie ziehen.
- Notiere 5 Dinge, die dir Energie geben.
Schau dir dein Bild mit etwas Abstand an. - Wähle 3–5 Schritte, die du umsetzen willst , um dienen Tank zu füllen.
- Beobachte, was sich verändert, und sei großzügig mit dir selbst.
Du hast Lust dich tiefer mit deiner Zeitgestaltung zu beschäftigen und in einer kleinen Gruppe auszutauschen, dann lade ich dich herzlich ein zum Zeit-Salon!
Richtig gute Herangehensweise